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Masai-Mara 2018

Highlights Foto-Workshop Masai Mara vom 13. - 21. Juli 2018

Beim Begriff Foto-Safari / Foto-Workshop kamen mir immer die Bilder von Hobbyfotografen ins Gedächtnis, bei denen es nur um ihr Fotoequipment geht: Man gehört dazu, wenn man den Gegenwert eines Kompaktwagens in die Fotoausrüstung investiert hat.
Und ich möchte ja einfach "nur" gute Bilder machen, die Technik ist für mich nur Mittel zum Zweck.

Dann bekam ich den Tipp für eine Foto-Safari von Uwe Skrzypczak. Ich warf meine Vorurteile über den Haufen und buchte für die Hochsaison im Juli 2018. Die Vorfreude war riesig und ich fieberte dem Abflugtag zu.

 

Freitag 13.7.: Flug mit Swiss von Zürich nach Nairobi.

Nach einem ruhigen Tag Flug bin ich pünktlich um 18:40 Uhr in Nairobi gelandet. Die Passkontrolle inkl. eVisa hat reibungslos geklappt und auch der Koffer ist angekommen. Da am Freitagabend sehr viele Nairobier in die Innenstadt fahren um das Wochenende so zu beginnen, hatte ich entsprechend lange um zu meinem Hotel für eine Nacht zu kommen. Mehr als eine Stunde war ich unterwegs.

 

Samstag 14.7.: Flug in die Masai-Mara, erster Game-Drive

In der Lobby des Hotels habe ich die anderen Gäste von Uwe kennen gelernt: Elza, Ingrid, Wolfang.

Samstag gegen 10:30 Uhr ging es dann endlich los, der Flieger hob ab Richtung Masai-Mara. Das Wetter in Nairobi war die ganze Zeit stark bewölkt. In der Masai-Mara landeten wir bei lockerer Bewölkung und wurden dort von Uwe in Empfang genommen. Das Gepäck auf den einen Wagen (der fuhr direkt in die Lodge) und wir auf den anderen Wagen. Der Land Cruiser wurde von Bernard gesteuert, der -wie sich heraus stellte- ein ausgezeichneter Fahrer und Guide war (gehört zu den Top 10 der Masai-Mara, gemäss Aussage von Uwe). Während der Fahrt wurde Bernard darüber informiert, dass die Leopardin 'Siri' (die Geheimnisvolle) bei der Jagd gesichtet wurde. Das war das Zeichen und es ging in rasanter Fahrt an diesen Ort. Angekommen hiess es die Kamera bereit zu machen und los geht es mit meinen ersten Fotos in der Masai-Mara: Und dann erst noch einen Leoparden!

Leopardin Siri
[mit einem Klick auf die Bilder werden sie vergrössert]

Siri, im hohen Gras schwierig zu sehen und zu Fotografieren.
Leopardin Siri ganze nahe. Die Schärfe sitzt nicht ganz perfekt ist aber OK.
Leopardin Siri schleicht sich einem Impala an.

Um 15:30 Uhr startet der Nachmittag/Abend-Game-Drive. Wie ich in der Zwischenzeit von Uwe erfahren haben, ist Blacky tot und Lipstick seit mehr als 4 Monaten nicht mehr gesehen. Der Nachfolger der beiden Löwen habe ich am Nachmittag kennen gelernt: Es ist der hübsche Löwe mit dem Irokesenschnitt, der damit beschäftigt war mit einem Weibchen zu turteln.

Der Löwe mit dem Irokesenschnitt.
Ein tiefer Blick in die Augen.
Löwe und Löwin
Verschmust wie Hauskatzen

Junge Löwen sind ja immer etwas Besonderes und am ersten Tag auf eine herumtollende Gruppe von Löwen mit Kids zu treffen ist schön. Später gegen 17 Uhr trafen wir dann noch ein einsames Löwenmännchen.

Viele Ohren im hohen Grass.

Jung und Alt beim Herumtollen. Die Rabauken machen müde. Für den ersten halben Tag, war schon richtig viel los und schon viele Fotos im Kasten.

 

Sonntag 15.7.: Erster "normaler" Fotosafari-Tag in der Masai Mara

Ein ganz "normaler" Tag beginnt für die Fotografen um 5 Uhr Morges. Ohne Frühstück macht er sich für den Tag bereit und sitzt anschliessend im dunkeln auf dem Wagen. Die Nächte in dieser Jahreszeit können in der Masai-Mara sehr kalt sein, der Fahrtwind tut dann noch sein Übriges. Mehrere Schichten Kleider sind angesagt, in meinem Fall waren das Safarihemd, eine Fleece-Veste, eine Fleece-Jacke und darüber eine Regenjacke als Windschutz. So gegen 10 Uhr konnte ich dann das Meiste wieder abziehen.

Die Leoparden-Dame ist ganz schön voll gefressen.

Eigentlich gibt es ja keine "normalen" Tage in der Masai-Mara. Dieser Sonntag begann mit einem Paukenschlag. Um 6:30 Uhr, fast ohne Licht, entdeckte unser Fahrer Moses (ebenfalls einer der Top 10 Fahrer) eine Leopardin mit Riss. Bereits wurde die Leopardin von Hyänen belästigt die ihr den Riss streitig machen wollten. So rasch wie möglich brachte die Leopardin den Riss auf einen hohen Baum. Leider konnten wir den "Aufstieg" der Leopardin mit dem Riss nicht mitverfolgen, da wir dazu eine Runde um einen Hügel fahren mussten und danach war die Leopardin bereits auf dem Baum mit ihrer Beute.

Leoparde mit Riss.
Eigentlich viel zu dunkel um zu Fotografieren...
Die Leopardin hat den Riss in Sicherheit gebracht.

Für die Fotos der Leopardin am Boden mit dem Riss hatte ich eigentlich keine Hoffnung, dass daraus etwas wird. Meine "alte" D700 geht nur bis ISO 6400 und bei offenere Blende des Nikon 80-400mm f/5.6 und Verschlusszeit von 1/250s war das Bild immer noch total unterbelichtet. Auf dem Kameradisplay sah ich jedenfalls nicht viel. Erstaunlich was ich mit Hilfe von DxO PhotoLab doch noch herausholen konnte. Das Resultat ist nicht gut, aber für Dokumentationszwecke immer noch OK. (Vorher-Nachher-Vergleich)

Wie sich herausstellte hatte die Leopardin ein Junges, einen Boy ca. 1 ½ Jahr alt. Dieses kletterte auf dem Baum herum und folgte später der Mutter ins Gebüsch und somit ausserhalb der Erreichbarkeit unserer Kameras.

Einige Zeit später machten wir die Frühstückspause am Mara-Fluss. Dabei konnten wir das Gesehene Reflektieren und etwas Fachsimpeln. Auf der späteren Fahrt Richtung Camp ist mir dann auch so richtig aufgefallen, wie gross das Feuer in der Serengeti ist: Viel Rauch stieg auf. Das war auch einer der Gründe, warum die Migration der Huftiere noch nicht begonnen hat: Das Feuer hielt die Tiere auf.

Gegen Mittag gab es als Beifang noch eine Giraffe, der wir uns sehr gut nähern konnten. Uwe sagte zwar, nicht zu Unrecht:
"Das Licht ist Scheisse… da kannst Du nur noch etwas mit S/W machen… dieser grosse Kontrast…". Ich dachte mir, eine Giraffe geht immer :-) und so gab es doch noch ein paar Bilder der Giraffe. Das gleiche galt für einen Sekretär-Vogel.

Nach dem Mittagessen starteten wir um 15:30 Uhr auf den Game-Drive. Als erstes stiessen wir auf einen Kadaver eines Impalas. Dieser war jedoch zuerst gar nicht zu sehen. Da sich unterschiedliche Geier über den Kadaver her machten, und wie. Das Bild und die Geräusche dazu waren beeindruckend. Der Begriff "sich wie Geier auf etwas zu stürzen" erhielt eine ganz neue Bedeutung. Immer wieder flogen neue Geier dazu. Die, die schon gefressen haben, zogen sich zurück. Ihr Aussehen war nach dem fressen schon etwas gruselig.

Giraffe im Mittagslicht.

Geier im Anflug.

Die haben alle schon etwas gefressen.
Schon ein etwas gruseliger Anblick.
Ein wunderschöner Ohrengeier.

Via Funk erhielt unser Fahrer Bernard die Nachricht, dass bei Baum der Leopardin von früh morgens wieder etwas los ist. Also nichts wie hin. Als wir dort eintrafen, war der junge Leopard bereits auf dem Baum geklettert und ass von der Beute die seine Mutter dort platziert hatte. Kurz danach klettert auch die Leopardin auf den Baum und so hatten wir das Glück beide Leoparden auf dem Baum mit dem Riss fotografieren zu können. Da das Licht nicht immer ganz optimal war, gab es noch ein paar gute Tipps vom Profifotografen Uwe.

Mutter und Sohn teilen sich die Beute.
Der junge Leopard auf dem Sprung...

 

Montag 16.7.: Kabuso, die Leopardin
Um die Katzen im besten Morgenlicht zu erwischen, ging es auch heute wieder früh los. Und wieder war es kalt, jedoch nicht mehr überraschend. Zuerst fuhren wir zu einem Löwenrudel mit jungen Löwen die etwas Action in den Morgenstunden versprachen. Kaum da, kam die Meldung, dass die Leopardin Kabuso entdeckt worden ist. In einem atemberaubenden Tempo fuhr unsere Fahrer Moses los: Hyänen, Gnus und Zebra flogen links und rechts an uns vorbei. Noch rechtzeitig trafen wir bei Kabuso ein, sie hatte sich noch nicht in einem Gebüsch verkrochen in dem man sie dann nicht mehr sehen konnte. So gelangen noch ein paar schöne Fotos der Leoparden-Dame im Morgenlicht.
Leopardin 'Kabuso'

Danach fuhren wir wieder zu dem Löwenrudel, dass wir schon kurz zuvor besucht hatten. Diesmal konnte ich auf dem Weg dorthin noch ein paar Hyänen fotografieren. Das Morgenlicht war auch noch für das verspielte Löwenrudel gut. So konnten wir die Löwen aus nächster Nähe beobachten und Fotos machen.

Scheinagriffe und Spielen.
Testen wer der Stärkere ist.
Mami ist immer noch die Stärkste.

Nach einem Frühstück unter einem Baum im Schatten, verlief der Rest des Vormittags so, wie es für den Wildlife-Fotografen oft auch ist: Unspektakulär.

Am späten Nachmittag nutzten wir die Möglichkeit im schönen Licht ein paar Büffel, Wasserböcke, Elefanten und ein Löwenmännchen abzulichten. Das Highlight des Abends waren die Elendantilopen die wir beim Sonnenuntergang fotografieren konnten. Dabei wurden wir von unseren Fahrern Bernard und Moses tatkräftig unterstützt, in dem sie uns immer wieder in neue Positionen gefahren haben aus denen wir Fotos machen konnten.

Sonnenuntergang mit Eland-Antilopen.

Eland-Antilopen sind sehr scheu, wir hatten Glück ihnen so nahe zu kommen.
Das Licht war Perfekt.
Vielleicht hat die Herde den Sonnenuntergang auch genossen.

Der Abschluss des Tages bildete eine Szene die zeigt wie nahe in der Natur (Über-) Leben und Tod sein können. Eine Büffelkuh hatte gerade geboren und das geborene Kalb konnte gerade mal stehe und die ersten Schritte tun. Die zwei waren ein paar Meter abseits der Büffelherde. Bereits wurden die beiden von zwei Hyänen umkreist. Kurz darauf kamen noch zwei Hyänen dazu. Zusammen versuchten sie die Büffelkuh vom Jungen wegzulocken, was auch gelang und in diesem Moment griffen sie das Junge an. Das Neugeborene blökte laut auf, worauf die Büffelkuh sofort reagierte und das Junge zu schützen versuchte. Einige Minuten lang versuchten die Hyänen mit dieser Taktik das Junge zu erwischen. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Kalb zur Beute der Hyänen werden würde. Zum Glück für das Neugeborene Kalb wurden durch sein blöken weitere Büffel der Herde auf die Situation aufmerksam und eilten der Büffelkuh mit seinem Kalb zu Hilfe. Somit war das Neugeborene in erst einmal Sicherheit. Ob es allerdings die Nacht überlebt ist eine andere Frage.

Es war schon so dunkel, dass ich leider keine Bilder mehr machen konnte. Elza, mit der ich den Wagen teilte, konnte in paar Bilder machen. Ich bin gespannt was daraus geworden ist.

 

Dienstag 17.7.: Wunderschönes Löwenmannchen im Morgenlicht

Die Angestellten im Camp legten uns jeden Abend eine Wärmflasche unter die Bettdecke und ich war richtig froh darüber. Sogar morgens strahlte die Wärmflasche noch etwas Wärme ab. Wenn dann um 5 Uhr der Wecker klingelt macht das das Aufstehen jedoch nicht einfacher. Aber was solls, raus aus dem warmen Bett und rein in die kalten Kleider. Eine Handvoll kaltes Wasser ins Gesicht und ich bin wach.

Das Ziel dieses Vormittags war es, die "Five-Boys" zu finden. Die "Five-Boys" ist eine Koalition aus fünf jungen Geparden, wie sie im gesamten Serengeti-Mara-Ökosytem so noch nicht beobachtet wurde. Männliche Geparden-Geschwister schliessen sich zwar üblicherweise zu lebenslangen Koalitionen zusammen, gewöhnlich sind dies aber nur zwei bis drei Tiere. Hier haben sich drei Brüder mit zwei fremden Geparden zu einer Fünferkoalition zusammengeschlossen . Unsere Fahrer hatten einen Verdacht, wo die fünf Geparden zu finden sind.

Knapp vor Sonnenaufgang entdeckten wir zwar die nicht "Five-Boys", aber ein wunderschönes Löwenmannchen das durch das hohe Gras streifte. Wieder erwiesen sich unsere Fahrer als Ausnahmekönner und manövrierten uns immer wieder neu in optimale Ausgangspositionen um das Morgenlicht der aufgehenden Sonne für super Fotos nutzen zu können.

Mir wurde die Arbeit dadurch erschwert, dass ich durch die lange Fahrt klamme Finger hatte, der kalte Kamerabody erleichterte die Sache auch nicht. Denn, wie alle bisherigen Morgen in der Masai-Mara war auch dieser Morgen ein kalter Morgen.

Prachtvoller Löwe im Sonnenaufgang.
In seinen Augen spiegelt sich der Sonnenaufgang.
Perfektes Morgenlicht.
Perfektes Löwenmännchen

Später nahmen wir die Suche nach den "Five-Boys" wieder auf, erfolglos. Wir nutzten die Zeit für ein längeres Frühstück an einem Fluss und abwechslungsreiche Gespräche unter den Teilnehmern der Fotosafari.

Auch am Nachmittag gab es keine neuen Informationen über den Verbleib der "Five-Boys" und auch wir wurden auf unserem Game-Drive nicht fündig. Schönes Licht gab es trotzdem und so schossen wir Bilder einer Elefantengruppe, der wir uns gut nähern konnten. Später machten wir noch einen Abstecher zum Bau einer Hyänen-Familie und konnten dort ein paar schöne Fotos der Hyänen-Kinder machen.

 

Mittwoch 18.7.: Katzentag
Ein neuer Tag bricht an und man weiss nie was der Tag bringen wird. Nur eines war klar wie der Nachthimmel beim Aufstehen: Es wird wieder ein kalter Morgen. Der Plan für diesen Tag war es, die "Five-Boys" vor die Linse zu kriegen. Doch schon weniger Minuten nach der Abfahrt vom Camp, erreicht die Fahrer die Meldung von einem Leoparden. Er soll sich nicht weit vom Camp entfernt aufhalten. Also wendeten die Fahrer und brausten zur stelle hin wo der Leopard sein soll. Es war jedoch noch Nacht und nur der zunehmende Mond gab etwas Licht. Es gelang uns nicht, den Leoparden im Dickicht zu finden. Also machten wir uns auf den Weg zur den Geparden, deren ungefähren Aufenthaltsort bekannt war. Das Gebiet war jedoch immer noch riesig. Zum Glück kommunizieren alle Masai-Fahrer mittels Funk untereinander und so konnte die Suche koordiniert werden.
Sonnenaufgang in der Masai-Mara

Bei Sonnenaufgang war leider immer noch keine Spur von den Geparden zu finden, jedoch drei Löwen (zwei Weibchen und ein Männchen). Die Löwen verspeisten gerade die Reste des Gnus, das sie in der Nacht erbeutet hatten. Vollgefressen trotteten sie später davon um sich einen geeigneten Schlafplatz zu suchen.

Eines meiner Lieblingsfotos :-)
Nicht mehr viel übrig vom Gnu.
Perfektes Gegelicht.

Etwas später, an einem anderen Ort, fanden wir eine Löwin mit ihren zwei Babys. Die jungen Löwen sind ja immer ein gutes Fotomotiv und das Licht war auch gut. Nun noch etwas Aktion: Zuerst mit dem Geschwister Kräfte Messen und danach den Schwanz der Mutter als Spielzeug benutzen. Natürlich macht das Herumtollen hungrig und so bedienten sich beide Jungen an der Milchbar.

Die kleinen Löwen sind einfach goldig.
Schönes Morgenlicht unterstütze die Szenerie.
Mami's Schwanz eignet sich immer als Spielzeug.

Die Fahrer hatten wie immer ein schönes Plätzchen für das Frühstück angefahren. Beim Frühstück selber gab es dann eine kleine Schrecksekunde: Ein Elefantenbulle stand auf einmal neben unseren Wagen. Moses rief: "go in to the car!". Was wir natürlich auch sofort taten. Der Elefant war jedoch friedlich, vielleicht einfach nur neugierig, und zog einige Augenblicke später weiter und verschwand gleich darauf im Buschwerk.

Nach dem Frühstück blieb die Suche der "Five-Boys" erfolglos. Es blieb uns die Hoffnung, am späten Nachmittag diese endlich mal zu finden.

Die Five-Boys

Und so war es dann auch: Via Funk erhielten unsere Fahrer den Aufenthaltsort der Geparden. Bei Ankunft war schnell klar, dass viele Fahrer mit Ihren Gästen auf diesen Funkspruch regiert haben. Leider verhalten sich nicht alle Fahrer "zivilisiert" und es entstanden schwierige Situationen, als sich die "Five-Boys" auf den Weg machen um sich etwas zu Jagen. Wir favorisierten eine kleine Gruppe von Thomson-Gazellen als mögliche Beute der Geparden und brachten uns dementsprechend in Stellung. Die "Five-Boys" überraschten jedoch eine andere Gazelle, welche allein im hohen Gras unterwegs war. Der Zugriff erfolgte so schnell und war zu weit entfernt als das einer von uns ein Foto machen konnte. Wir fuhren zu Stelle an der die Geparden die Gazelle erwischt hatten und ich war überrascht, wie schnell die "Five-Boys" dieses Tier verschlangen. Ohne Pause, bis nur noch der Kopf, das Skelet und ein paar wenige Innereien übrig waren.

Drei der Five-Boys
Die Thomson-Gazelle war innert wenigen Minuten gefressen.

 

Donnerstag 19.7.: Leptailurus serval

Natürlich besucht man die Masai-Mara im Juli auch deswegen, um die Migration der Huftiere und die dazu gehörenden "Crossings" mitzuerleben. Wir dachten, heute wäre doch ein guter Tag dazu. Wir haben auch ein paar kleine Herden bei der Migration gesehen aber so richtig in Fahrt kam die Migration während meiner Zeit dort nicht. Glück gehört eben auch zum Begleiter eines Wildlife-Fotografen.

Dafür bekamen die Fahrer die Meldung einer Rauferei von zwei Löwenmännchen. Die Fahrer stieben davon und wir mussten uns auf dem Wagen festhalten. Bei Ankunft vor Ort, war der Kampf auch schon vorbei. Trotzdem konnten wir noch ein paar Fotos eines schönen Löwen bei herrlichem Morgenlicht machen. Vom Kampf trug er noch ein paar Narben davon.
Die Spuren des Kampfes zwischen den Löwen sieht man gut.

Kurze Zeit später, nachdem wir den Löwen verlassen haben, stiessen wir zufällig auf einen Serval. Dieses Tier hatte ich bisher noch nie gesehen, nur von ihm gehört. Es ist eine unheimlich scheue Katze die im hohen Gras (das ist ihr bevorzugtes Jagdrevier) schwer zu finden ist. Das Licht passte und so konnten wir einige tolle Bilder dieser sehr zierlichen aber sehr schönen Katze schiessen.

Serval
Die Lichtstimmung stimmt, der Serval ist gut im Bild.
Es war ein Glück, schönes Licht und viel Zeit zum Fotografieren.

Gegen Mittag auf dem Rückweg ins Camp, trafen wir eine kleine Zebraherde bei der Migration an. Unser Fahrer Bernard wusste, dass nicht weit davon entfernt unter einem grossen Busch ein paar Löwen ihr Siesta hielten. Und tatsächlich, nur etwa 500m von den immer näherkommenden Zebras lagen die acht Löwinnen. Sie hatten bereits Witterung aufgenommen oder die Zebras gehört. Vier der acht Löwen standen auf und reckten ihre Köpfe. Drei davon entschieden sich für einen Jagdversuch. Das war erstaunlich, da die Löwen noch dicke Bäuche vom letzte Fressen hatten. Offenbar sind Löwen Opportunisten. Unserer Fahrer positionierten uns so, dass wir die Löwin die sich am schnellsten der Zebraherde näherte immer gut beobachten konnten. Die Kameras wurden bereit gemacht: ISO-Automatik aus, VR aus, Farbtiefe auf 12 Bit, Verschlusszeit min. 1/1250s. Ein schneller Autofokus und ein grosser Buffer für die Bildsequenz waren wichtig. Dann Fokus auf die Löwin und abwarten.

Der Angriff erfolgte. Jedoch unmotiviert und daher erfolglos. Wahrscheinlich war es den Löwen dann doch zu heiss um diese Zeit und so richtig ausgehungert waren sie ja auch nicht. Soll man sich jetzt darüber freuen, dass kein Zebra daran glauben musste oder war es schade, dass wir keine Jagd fotografieren konnten...

Der Nachmittag stand im Zeichen eines Crossings. Eine Zebraherde hatte sich am Fluss beim einem Crossing-Point versammelt. Vielleicht durchqueren sie den Fluss ja heute Nachmittag, wer weiss. Auch eine Geländewagenflotte hatte sich in der Nähe des Ufers versammelt. Alle warteten auf den Augenblick in dem die Zebras das Flussufer betraten. Leider taten die Zebras uns den Gefallen nicht und so zogen wir ohne Fotoausbeute von dannen.

 

Freitag 20.7.: Grenze zu Tansania
Drei Junglöwen auf dem Felsen im Morgenlicht.
An diesem Morgen fuhren wir noch früher los als sonst. Unser Ziel war der Süden der Masai-Mara, direkt an der Grenze zu Tansania und somit zur Serengeti. Dort gibt es schöne Granitformationen auf die die Löwen klettern und sich daher schöne Fotomotive ergeben. Der einzige Ort in der Masai-Mara wo das möglich ist. Die lange Fahrt in der Kälte war unangenehm und etwas steif erreichten wir das angepeilte Ziel. Das Glück hatten wir diesmal auf unserer Seite: Wir trafen auf ein Löwenrudel mit vielen Jungtieren. Das Rudel war noch weit verstreut und als sie sich diesen Morgen trafen wurde erst einmal geschmust und dann gespielt. Wirklich schön diese Szenen mitanzusehen. Später stiegen sie dann, wie erhofft, auf die Felsen und uns boten sich unvergessliche Fotomotive.
Jung und Alt begrüssen sich.
Es wird gedrückt und geschnuppert. Jeder Löwe ist beteiligt.
Die Löwen genissen dieses Morgenritual.
In diesem Rudel waren viele Jungtiere dabei.
Die Löwen kletterten auf den Felsen herum.
Immer wieder wird der Körperkontakt gesucht.

Den Rest des Tages, auf dem Weg zurück ins Camp, nutzen wir dazu um verschiedene Crossing-Points abzuklappern um zu sehen ob da etwas los ist. Das Mittagessen nahmen wir an einem Fluss unter einem Baum ein und verdösten anschliessend die warme Mittagszeit (wie die Löwen).

Am Nachmittag entdeckten wir eine grosse Affenfamilie, die an einem Bach tranken. Als dann sechs Löwen auftauchen, die dort auch ihren Durst löschen wollten, verschwanden die Affen. Bis auf ein Affenjunges. Dieses hatte den richtigen Augenblick für die Flucht verpasst. Aus zwei Seiten näherten sich die Löwen und es blieb ihm nur noch die Flucht ins Wasser. Nun sass es in der Mitte des Baches und von beiden Ufern aus schauten ihn Löwen an. Das Glück des jungen Affen war es, dass die Löwen nicht hungrig waren. So konnte der junge Affe im Schutz der Grasnarbe der Uferböschung davonschleichen.

Den sundowner genossen wir beim Hippopool ganz in der Nähe unseres Camps.

 

Samstag 21.7.: Abreisetag
Mein letzter Tag in der Masai-Mara. Schon jetzt bereue ich nicht eine Zusatzwoche gebucht zu haben. Die anderen drei Teilnehmer haben das gemacht. Es wäre schön gewesen noch eine Woche mit ihnen zu verbringen, wir waren ein tolles Team. Aber bevor es auf den Flugplatz ging, war ein letzter Game-Drive angesagt. Wieder gab es einen tollen Sonnenaufgang und ein Löwenrudel mit vier Weibchen posierte im morgentlichen Licht. Auch eine Hyäne im Gegenlicht konnte ich ablichten bevor es dann hiess: Abschiednehmen.

Es war für mich eine intensive und fantastische Woche, die nicht nur zum Fotografieren unheimlich viel Spass gemacht hat. Ich bedanke mich bei Elza, Ingrid, Wolfgang und Uwe für die unvergessliche Woche. Um es mit den Worten von Wolfgang zu sagen: Referenzklasse.

Nicht zu vergessen sind natürlich unsere beiden Fahrer, Bernard und Moses, ohne die eine so professionelle Fotosafari gar nicht möglich ist.

Die Masai-Mara wird mich wiedersehen.

Löwenweibchen beobachtet die Umgebung.

 

Sundowner in der Masai-Mara

© 2018 René Anderes, Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte sind vorbehalten.
Photographed Nikon D700, AF-S NIKKOR 80-400mm f/4.5-5.6G ED VR

 

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